Projekt bundesweit einmalig

Freuen sich gemeinsam über den positiven Verlauf der Sanierungsarbeiten (von links): Diplom-Ingenieur Harald Semke, Christoph Thiede, Geschäftsführer der Firma GT-Solar, Claudia Eikmann, Leiterin des Dietrich-Bonhoeffer-Berufskollegs, Daniel van`t Hull, Bauleiter des Architekturbüros pape oder semke, Diplom-Ingenieur Peter Buschmann, Architekt im Technischen Gebäudemanagement des EBS, Horst Klüter, Leiter des Felix-Fechenbach-Berufskollegs, Diplom-Ingenieur Jan Kehl, Leiter des Technisches Gebäudemanagement im EBS, Landrat Friedel Heuwinkel und Projektleiter Klaus Kuhlmann, Leiter des EBS. Foto:Kreis LippeFreuen sich gemeinsam über den positiven Verlauf der Sanierungsarbeiten (von links): Diplom-Ingenieur Harald Semke, Christoph Thiede, Geschäftsführer der Firma GT-Solar, Claudia Eikmann, Leiterin des Dietrich-Bonhoeffer-Berufskollegs, Daniel van`t Hull, Bauleiter des Architekturbüros pape oder semke, Diplom-Ingenieur Peter Buschmann, Architekt im Technischen Gebäudemanagement des EBS, Horst Klüter, Leiter des Felix-Fechenbach-Berufskollegs, Diplom-Ingenieur Jan Kehl, Leiter des Technisches Gebäudemanagement im EBS, Landrat Friedel Heuwinkel und Projektleiter Klaus Kuhlmann, Leiter des EBS. Foto:Kreis Lippe

Detmold. Unter der Überschrift „Wir investieren in Bildung – Bildung schafft Zukunft“ hat der Eigenbetrieb Schulen des Kreises (EBS) 2011 und 2012 bereits rund sieben Millionen Euro in die Modernisierung des Berufskollegzentrums in Detmold investiert. Im vergangenen Jahr folgte der Förderbescheid des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) für den zweiten von insgesamt drei Bauabschnitten am Berufskolleg-Zentrum in Detmold. Es handelt sich dabei um eines der in Deutschland aktuell größten und bedeutendsten Modellprojekte zur energetischen Sanierung von Schulbauten unter Berücksichtigung der CO2-Bilanzen und der ökologischen Qualitäten der verwendeten Baustoffe. Durch die derzeit im Bau befindlichen integralen Photovoltaikdächer wird das Berufskolleg zukünftig mehr Energie erzeugen als verbrauchen damit zu einer von bundesweit nur vier Plusenergie-Schulen.

Das Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 7,8 Millionen Euro wird als Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Energieoptimiertes Bauen (EnOB)“ vom BMWi mit rund 1,74 Millionen Euro gefördert und wissenschaftlich unter anderem von der Hochschule OWL begleitet. Zudem wird die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) das Modellprojekt voraussichtlich zusätzlich mit einem zinsgünstigen Darlehen zu 0,1 Prozent für zehn Jahre und einem Tilgungszuschuss von bis zu 530.000 Euro fördern. „Wir nehmen für dieses europaweit beachtete Leuchtturmprojekt trotz der Förderung viel Geld in die Hand, um unser Klimaschutzkonzept auch im Bildungssektor nicht nur zu denken, sondern weiter nachhaltig umzusetzen“, betont Landrat Friedel Heuwinkel. „Was unser Projekt bundesweit einmalig macht, ist die im Rahmen einer Bestandssanierung angestrebte Energieeffizienz mit dem Faktor 4: Wir schaffen energiesparende Passivhäuser, wir werden durch integrale Photovoltaikdächer mehr Energie erzeugen als verbrauchen, wir verwenden möglichst klimaneutrale, ökologisch wertvolle Materialien und reduzieren dadurch drastisch die gebundene ‚graue Energie‘ und wir nutzen Fernwärme mit dem bestmöglichen Primärenergiefaktor Null“, fügt Projektleiter Klaus Kuhlmann, Leiter des EBS, an.

Warum das Modellprojekt auch europaweit Beachtung findet, verdeutlichen die in Zahlen ausgedrückten Ziele: So soll der Heizenergieverbrauch des Berufskollegzentrums um etwa 93 Prozent und der Stromverbrauch um rund 50 Prozent reduziert werden. Beim Gesamtenergiebedarf für Heizung, Trinkwasser und Beleuchtung wird 70 Prozent eingespart werden. Der Verbrauch würde damit von bisher rund 1,75 Millionen kWh auf rund 0,51 Millionen kWh sinken. Durch die integrierten Photovoltaikdächer mit einer Leistung von 380 kWp werden jährlichen 148 Tonnen CO2 eingespart und zudem die Voraussetzungen für das Prädikat „Plusenergieschule“ erfüllt. Zudem spart der EBS durch die PV-Anlage etwa 125.000 Euro für eine sonst fällige neue Dacheindeckung und rechnet über den Eigenverbrauch und die Netzeinspeisung des überschüssigen Stroms noch mit einem Überschuss von etwa 250.000 Euro nach 21 Betriebsjahren.

Wie der für das Gesamtprojekt verantwortliche Diplom-Ingenieur Harald Semke vom Architekturbüro pape oder semke erläutert, erfolgt die Dämmung der Gebäudehüllen durch 36 Zentimeter starke, hoch gedämmte und innovative Module in Holzbauweise mit mineralischem Putz. „Die Module werden bereits im Werk passgenau vorgefertigt. Dafür wurden die Fassaden mit einem 3D-Scanner millimetergenau vermessen. Neben der hohen Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit erreichen wir durch Materialauswahl und Fassadengestaltung eine besonders nachhaltige und ökologisch orientierte Architekturqualität“, so Semke. Die energetische Modernisierung erfolgt dabei weitgehend im laufenden Betrieb, was für einen Standort mit rund 3.800 Schülern nicht immer einfach ist. „Trotzdem freuen wir uns natürlich über das Gesamtprojekt, auch weil für unsere Schüler hier in Theorie und Praxis nachhaltige und ökologisch orientierte Architektur erlebbar wird“, sind sich Claudia Eikmann, Leiterin des Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg, und Horst Klüter, Leiter des Felix-Fechenbach-Berufskollegs, einig.

Die Energetische Sanierung des Berufskolleg-Zentrums zur Plusenergie-Schule soll Ende 2014 abgeschlossen sein. Als dritter Bauabschnitt ist dann die Modernisierung des Hauptgebäudes an der Saganer Straße möglichst auch im Passivhausstandard geplant. Das Erdgeschoss soll dabei zu einem multifunktionalen Informations- und Kommunikationszentrum ausgebaut werden.

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